Den eigenen Kompass ausrichten: Selbstpositionierung

In Kürze veranstalte ich einen Workshop zum Thema Selbstpositionierung und wurde gefragt, was es damit auf sich hat … Ganz allgemein geht es darum, Fähigkeiten, Kompetenzen und Talente zu entdecken – und so die eigenen Stärken zu stärken und sich darauf zu konzentrieren.
Der Hintergrund, warum ich dieses Thema anbiete, sind Fragen und Unsicherheiten, die mir immer wieder begegnen, weil jemand nicht weiß, wohin er sich beruflich (neu) orientieren soll oder weil er sich und die eigenen Fähigkeiten nicht gut präsentieren kann oder … Häufig erlebe ich, dass die (vermeintlichen) Schwächen leicht bestimmt werden, die Benennung der Stärken aber schwer fällt. Wir neigen dazu, uns auf die Schwächen zu konzentrieren und unser vorhandenes Potential auszublenden oder als selbstverständlich abzutun, anstatt dieses auszubauen.
Wenn wir über Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen nachdenken, sind wir in der Lage bemerkenswerte Eigenschaften zu benennen. Doch wie sieht es bei uns selbst aus? Zu sagen, dass sie etwas gut können, fällt vielen Menschen schwer – es klingt nach Eigenlob. Doch warum sollten Sie nicht von Ihren Fähigkeiten überzeugt sein, ohne gleich überheblich zu werden? Und mal ehrlich: Wenn der Fokus immer auf den Dingen liegt, die wir nicht gut können, an denen wir arbeiten müssen, die uns fehlen etc. trägt das nicht gerade zu einem sicheren Auftreten bei, oder?
Gerade im beruflichen Kontext gilt es aber souverän aufzutreten und andere von den eigenen Kompetenzen zu überzeugen. Je genauer der Kompetenzkompass ausgerichtet ist, desto klarer sind wir in unserer Kommunikation, um unsere Interessen und Bedürfnisse zu vertreten, desto leichter gehen wir durchs Leben, weil wir wissen, wohin wir wollen …
Ob Berufsanfänger oder Wiedereinsteiger, ob angestellt oder selbstständig, ob in einer Veränderungssituation oder einfach neugierig, sich selbst besser einschätzen zu können – der Blick auf die eigenen Fähigkeiten ist wertvoll und hilft sich selbst klarer zu sehen und zu positionieren.

Den Kompass ausrichten und Kurs aufnehmen…
Den Kompass ausrichten und Kurs aufnehmen…

Das ist das Spannende an der Selbstpositionierung und der Grund, warum mir die Umsetzung so viel Spaß macht: Der Blick geht nach innen und gleichzeitig über den eigenen Tellerrand hinaus und ermöglicht neue Perspektiven. Am Ende geht es im Workshop darum, mit kreativen Methoden die eigene Schatzkiste zu finden und den Inhalt zu bestaunen! Mit dem Wissen um Kompetenzen und Interessen lässt sich der eigene Weg gestärkt mit frischem Rückenwind beschreiten.

Der Selbstpositionierungsworkshop findet am 29. März 2014 in Mainz statt. Weitere Informationen sende ich gerne zu.

Ein Lob auf Ronja Räubertochter

Vor ein paar Tagen stolperte ich über ein Zitat, das mich nicht mehr losgelassen hat. Es stammt aus Astrid Lindgrens wunderbarem Buch „Ronja Räubertochter“. Es ist der Moment, in dem Ronja das erste Mal die sichere Burg der Eltern verlässt:

„Hüte dich vor den Wilddruden und den Graugnomen und den Borkaräubern«, sagte er. „Woher soll ich wissen, wer die Wilddruden und die Graugnomen und die Borkaräuber sind?“ fragte Ronja. „Das merkst du schon“, antwortete Mattis. „Na, dann“, sagte Ronja.
„Und dann hütest du dich davor, dich im Wald zu verirren“, sagte Mattis. „Was tu ich, wenn ich mich im Wald verirre?“ fragte Ronja. „Suchst dir den richtigen Pfad“, antwortete Mattis. „Na, dann“, sagte Ronja.
„Und dann hütest du dich davor, in den Fluß zu plumpsen“, sagte Mattis. „Und was tu ich, wenn ich in den Fluß plumpse?“ fragte Ronja. „Schwimmst“, sagte Mattis. „Na, dann“, sagte Ronja. (…)
„Sonst noch was?“ „O ja“, sagte Mattis. „Aber das merkst du schon selber so allmählich. Geh jetzt!“
(aus Astrid Lindgren: „Ronja Räubertochter“, Oetinger Verlag)

Ist das nicht großartig?! So viel Vertrauen – sowohl in die eigenen Fähigkeiten seitens Ronja als auch das Vertrauen von Mattis in seine Tochter: Sie wird es schon machen.
Es ist egal ob es darum geht, einen Weg zu finden, sich vor Gefahren in Acht zu nehmen, sich zu versorgen oder sich zu helfen wissen. Mattis traut Ronja einfach zu, dass sie schon herausfinden wird, was zu tun ist und wie sie sich zu verhalten hat. Er bestärkt sie rauszugehen. Sie soll herausfinden, was auf sie wartet und ihre eigenen Erfahrungen machen.
Das lässig-forsche „Na, dann“ von Ronja spiegelt diese Überzeugung wider. Sie hat Vertrauen geschenkt bekommen und das trägt sie in sich. Ja, es gibt gefährliche Momente oder Situationen, in denen man einen (neuen) Weg suchen muss, aber es wird schon werden. Und nur, wenn sie rausgeht und es ausprobiert, wird sie sich entwickeln und wachsen.

Na dann! Machen wir uns auf Entdeckungstour  ...
Na dann! Machen wir uns auf Entdeckungstour …

Ich fand Ronja schon als Kind toll und entdecke sie gerade mit anderen Augen neu: Ich wünsche mir im Alltag, ob beruflich im Coaching oder privat, mehr gelassene „Na, dann“-Gespräche, mehr Mut sich auszuprobieren, mehr Glaube an die eigenen Fähigkeiten und mehr Vertrauen in uns selbst – und andere! Wir werden ja schon herausfinden, was auf uns wartet.
Denken Sie in nächster Zeit mal ab und zu an Ronja und sagen Sie sich „Na, dann“, wenn Sie unbekannte Wege beschreiten, den Job wechseln oder Neues lernen. Und ermutigen Sie ruhig auch andere. Wir brauchen mehr Menschen wie Ronja und Mattis!

In den Schuhen anderer Menschen … Akzeptanz der Andersartigkeit

Mit Schuhen ist es so eine Sache …  Die Auswahl an Modellen ist riesig, dazu Farben, Materialien, usw. – und trotzdem sind sie manchmal schlicht zu klein, zu groß, zu unbequem, unpassend für den Anlass etc.

Da hilft nur an- und auszuprobieren. Ob Mann oder Frau, es geht um die Passgenauigkeit und das Gefühl, bequemen und sicheren Schrittes in den eigenen Schuhen laufen zu können. Die Entscheidung trifft jeder für sich, denn nur, weil ich in einem Paar gut laufen kann, gilt das noch lange nicht für andere … Denken Sie an Kinder in Erwachsenenschuhen – das funktioniert auch nicht 😉

Dieses Bild habe ich in manchen Momenten im Kopf sowohl im Coaching und in Gesprächen als auch kürzlich wieder in einem Seminar. Die Teilnehmenden sammelten Vorschläge zur Problemlösung. Die Ideen waren ganz unterschiedlich, woraufhin ein Teilnehmer anmerkte, dass aber nur eine Möglichkeit in Frage käme und man auf gar keinen Fall anders handeln könne.

Das rigorose Vertreten dieser Meinung hat mich überrascht: Da war kein Spielraum für andere Ansichten und unterschiedliche Charaktere. Da war nur die Überzeugung, den einzig richtigen Weg zu kennen – und damit verbunden, das Beharren darauf, dass nur der eigene Ratschlag Hilfe bringt oder die eine Sichtweise alles erhellt.

Und genau da drückt für mich der Schuh! Menschen sind unterschiedlich und deshalb dürfen ihre Lösungsansätze und Sichtweisen auch ganz verschieden sein. Wir genießen die vielfältigen Möglichkeiten unserer Zeit und doch sind wir ständig versucht, nach Patentrezepten für jede Situation und Persönlichkeit zu suchen. Doch was für mich richtig ist, muss es nicht für mein Gegenüber sein. Wege von anderen Menschen können ganz ungewöhnlich auf uns wirken und am Ende doch genau zum angestrebten Ziel führen: weil es die richtige Route für die Person ist, die sie beschreitet.

Passt der Schuh?
Passt der Schuh?

Wie wir agieren hängt von unserer Persönlichkeit ab, von der Situation, von unserer Erfahrung, von unserer Tagesform … Es gibt kein „immer einsetzbar und gültig“. Ich möchte Vielfalt und Andersartigkeit wertschätzen und Menschen darin bestärken, ihre eigene Lösung zu finden. Ich glaube nicht an allgemeingültige, gar magische Formeln, sondern einfach an das passende Paar Schuhe – egal ob Turnschuhe, Wanderschuhe oder auch Stilettos: Kommen Sie gut an!

Gut gemacht! Loben Sie mal wieder – auch sich selbst …

Ob beruflich oder privat, ein Lob tut gut und wird leider doch viel zu selten ausgesprochen. Warum eigentlich? Mit einem ehrlichen Lob drücke ich Anerkennung aus, meinen Respekt für eine Person und deren Leistung. Das muss gar nicht immer eine große Aufgabe sein, auch im Alltag und im Kleinen lässt sich loben.

Lob als Form von Anerkennung zeugt von Aufmerksamkeit und Wertschätzung, freut den Empfänger, motiviert und stärkt ihn. Ich finde Lob ist das Krönchen für eine vollbrachte Aufgabe und das kann für mich gleichermaßen ein erfolgreicher Geschäftsabschluss sein, wie ein toll zubereitetes Gericht oder der erste, mutige Schritt in die Selbstständigkeit – da kann man doch nur loben und gratulieren!

Lob ist eine positive Äußerung, die demjenigen bewusst macht, dass ihm oder ihr etwas besonders gut gelungen ist oder er/sie ein besonderes Geschick hat. Es ist schön gelobt zu werden und Anerkennung zu erfahren. Und es macht auch Spaß zu loben … sogar sich selbst?
Sich selbst loben? Das gern zitierte „stinkende Eigenlob“? Nein! Wenn ich davon spreche sich selbst zu loben, meine ich nicht übertriebene Selbst-Beweihräucherung, bei der man schon peinlich berührt ist. Ich denke vielmehr daran, die eigenen Leistungen anzuerkennen und wertzuschätzen. Wie oft sagen Sie, „das war doch selbstverständlich“ oder „das habe ich mal eben gemacht“? Würden Sie es bei einem guten Freund oder Kollegen auch als selbstverständlich erachten? Ein Außenstehender sieht das meist anders und so lautet die Antwort vermutlich „Nein“.

Sie müssen Ihr Lob ja nicht gleich von den Dächern schreien, aber warum sollten Sie sich selbst nicht ebenfalls Anerkennung entgegenbringen, innehalten und sich denken: „Das habe ich wirklich gut gemacht!“ Ein stilles Klopfen auf die eigene Schulter sieht ja keiner … und wenn Sie mutiger werden, dann sagen Sie vielleicht auch einer vertrauten Person, dass sie gerade stolz sind, weil Ihnen etwas Wunderbares gelungen ist! Ich denke, mit Selbst-Kritik sparen wir ja meist auch nicht, dann geizen wir doch auch nicht am Selbst-Lob und belohnen uns mit der Wertschätzung der eigenen Person!