Ab und zu mal auf den Abenteuerspielplatz oder warum die Komfortzone auf Dauer gar nicht so kuschelig ist

Wann waren Sie das letzte Mal auf dem Abenteuerspielplatz Leben? Ich durfte mich gerade kürzlich erst darüber freuen, dass nach meinem Selbstpositionierungsworkshop der eine oder andere Kompass mit Kurs auf das Neuland ausgerichtet wurde und mich dann bei der Erweiterung meiner eigenen Komfortzone „ertappen“: Ich habe mich einer beruflichen Situation gestellt, die eine immense Herausforderung für mich war. Es hat mich Mut gekostet, aber ich merke, welche entspannte Haltung und Kraft mir dieser Ausflug ins Abenteuerland gebracht hat – ein großartiges Gefühl!

Meist verbringen wir unsere Zeit aber in der Komfortzone und das klingt so angenehm kuschelig und sicher und so, als wollte man sie doch gar nicht verlassen. Hier finden wir schließlich Gewohnheit und Normalität, Dinge, die uns vertraut sind, Abläufe, die wir kennen, Routine und Alltägliches … – all das gibt uns Sicherheit und das Gefühl zu wissen, was wir uns zutrauen und was wir erwarten können. Fremdes und Neues klingt häufig unbequem, anstrengend und nervenaufreibend.

Auf Dauer wird es in der Komfortzone aber doch recht eng, irgendwie beschränkt und ist auch nicht mehr so gemütlich, weil sie eben Grenzen hat, an die wir stoßen. Je besser gepflegt die Komfortzone ist, desto mehr erschrecken uns leider Abweichungen und Neues. Letztlich wird die Vorstellung, die sichere Zone zu verlassen, immer beängstigender.

Alles ganz gemütlich?
Alles ganz gemütlich?

Dabei soll das Heraustreten aus der Komfortzone keine Überforderung darstellen: Die Panikzone ist nicht das Ziel, sondern Wachstum und Entwicklung. Dazu braucht es meist ein wenig Mut, eine Absicht und eine Prise Überwindung, um den magischen Punkt da draußen zu finden und den ersten Schritt vor die Tür zu setzen. Das müssen nicht gleich große Veränderungen sein, das kann zwischendrin ein ganz kleiner Schritt im Alltag sein, ein winziger Bruch mit der Routine, die uns wieder neugierig macht und uns Neues entdecken lässt. Wir tasten uns in unserem eigenen Tempo voran. Zudem heißt das ja nicht, dass wir nicht auch wieder zurück in die Komfortzone zurückehren. Es ist ein bisschen wie früher beim Spielen als Kind: Wir haben den ganzen Nachmittag Abenteuer bestanden, Neues erkundet und uns ausprobiert – und abends saßen wir gemütlich und sicher zu Hause.

Keine Frage: Wenn ich zu neuen Ufern aufbrechen oder generell etwas verändern möchte, dann muss ich in der Regel den sicheren Hafen erst einmal verlassen. Ich begebe mich auf unsicheres Terrain, verlasse die vertraute und so sichere wie liebgewonnene Umgebung, breche mit alltäglichen Ritualen, stelle mich dem Unbekannten, erforsche Abenteuerland und … weiß doch gar nicht, was mich erwartet und ob es sich lohnt?!

Genau darin liegen aber der Reiz und die Chance: Ich kann da draußen einen Jahrmarkt der Möglichkeiten entdecken – vorausgesetzt, ich wage einen ersten Schritt und spähe mal um die Ecke.

Verlasse ich immer mal für kleine Ausflüge meine Komfortzone und betrete Neuland, kann ich mich entwickeln, Kompetenzen ausbauen und die Fühler nach Unbekanntem ausstrecken. Kehre ich dann zurück in die heimelige Zone, bringe ich meinen neuen Erfahrungsschatz mit und erweitere dadurch meine Komfortzone. Ich bin ein Stück gewachsen und habe Selbstvertrauen gewonnen.

Den eigenen Kompass ausrichten: Selbstpositionierung

In Kürze veranstalte ich einen Workshop zum Thema Selbstpositionierung und wurde gefragt, was es damit auf sich hat … Ganz allgemein geht es darum, Fähigkeiten, Kompetenzen und Talente zu entdecken – und so die eigenen Stärken zu stärken und sich darauf zu konzentrieren.
Der Hintergrund, warum ich dieses Thema anbiete, sind Fragen und Unsicherheiten, die mir immer wieder begegnen, weil jemand nicht weiß, wohin er sich beruflich (neu) orientieren soll oder weil er sich und die eigenen Fähigkeiten nicht gut präsentieren kann oder … Häufig erlebe ich, dass die (vermeintlichen) Schwächen leicht bestimmt werden, die Benennung der Stärken aber schwer fällt. Wir neigen dazu, uns auf die Schwächen zu konzentrieren und unser vorhandenes Potential auszublenden oder als selbstverständlich abzutun, anstatt dieses auszubauen.
Wenn wir über Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen nachdenken, sind wir in der Lage bemerkenswerte Eigenschaften zu benennen. Doch wie sieht es bei uns selbst aus? Zu sagen, dass sie etwas gut können, fällt vielen Menschen schwer – es klingt nach Eigenlob. Doch warum sollten Sie nicht von Ihren Fähigkeiten überzeugt sein, ohne gleich überheblich zu werden? Und mal ehrlich: Wenn der Fokus immer auf den Dingen liegt, die wir nicht gut können, an denen wir arbeiten müssen, die uns fehlen etc. trägt das nicht gerade zu einem sicheren Auftreten bei, oder?
Gerade im beruflichen Kontext gilt es aber souverän aufzutreten und andere von den eigenen Kompetenzen zu überzeugen. Je genauer der Kompetenzkompass ausgerichtet ist, desto klarer sind wir in unserer Kommunikation, um unsere Interessen und Bedürfnisse zu vertreten, desto leichter gehen wir durchs Leben, weil wir wissen, wohin wir wollen …
Ob Berufsanfänger oder Wiedereinsteiger, ob angestellt oder selbstständig, ob in einer Veränderungssituation oder einfach neugierig, sich selbst besser einschätzen zu können – der Blick auf die eigenen Fähigkeiten ist wertvoll und hilft sich selbst klarer zu sehen und zu positionieren.

Den Kompass ausrichten und Kurs aufnehmen…
Den Kompass ausrichten und Kurs aufnehmen…

Das ist das Spannende an der Selbstpositionierung und der Grund, warum mir die Umsetzung so viel Spaß macht: Der Blick geht nach innen und gleichzeitig über den eigenen Tellerrand hinaus und ermöglicht neue Perspektiven. Am Ende geht es im Workshop darum, mit kreativen Methoden die eigene Schatzkiste zu finden und den Inhalt zu bestaunen! Mit dem Wissen um Kompetenzen und Interessen lässt sich der eigene Weg gestärkt mit frischem Rückenwind beschreiten.

Der Selbstpositionierungsworkshop findet am 29. März 2014 in Mainz statt. Weitere Informationen sende ich gerne zu.