Fastentage zum emotionalen Entgiften

Kürzlich saß ich in einem Seminar und es ging darum, in anderen Menschen das Gute zu sehen und Komplimente zu verteilen bzw. ein Lob auszusprechen. Na dann mal los, dachte ich …
Das Ende war die Erkenntnis, dass es manchen ganz leicht fällt, anderen sehr schwer. Soweit so gut. Spannend fand ich aber die Gedanken im Anschluss: Wie verhalte ich mich eigentlich im Alltag? Mache ich Komplimente? Lobe ich? Und wie oft geht andererseits der Wolf mit mir durch, wenn wir an den Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation denken?

Das Thema hat mich nicht losgelassen und vielleicht auch vor dem Hintergrund der Fastenzeit habe ich über Verzicht nachgedacht … Wie wäre es, zumindest einen Tag in der Woche einen Wolfs-Fastentag einzulegen? Sozusagen einen emotionalen Detoxtag, an dem ich auf Grummeln, Schimpfen und negative Gedanken ganz bewusst verzichte, denn gut tut es mir nicht.
Ich stehe noch am Anfang und es ist gar nicht so einfach im Alltag, aber ich merke, bereits der Versuch, meine Achtsamkeit auf meine Gedanken und Emotionen zu lenken und positiv zu sein, tut mir gut.
Probieren Sie es doch auch einmal aus …

Motivationsfutter: Führen mit Möhren, Fisch oder Honig…

Ich mache es kurz: Es gibt da ein Bilderblogstöckchen der wunderbaren Gitte von der Himbeerwerft – und dem konnte ich nicht widerstehen.
Allerdings ist die Zeit grad arg knapp, aber manchmal geht es ja dann doch ganz fix …
Der Ursprung sieht so aus: Hase, Möhre, Luftballon

Blogstockchen_Gitte

Was mache ich daraus? Ich musste direkt an Führen mit Möhren denken und nach einem Workshop zum Thema Selbstmanagement am Wochenende und der Beaufsichtigung einer Personalklausur war klar: Führen mit Möhren ist schön und gut, aber nicht jeder mag Möhren 😉
Um zu motivieren – ob sich selbst oder andere – gibt es keine Universallösung! Wie so oft sind wir halt doch individuell.
Hier kommt meine Antwort auf das Blogstöckchen und ich nenne es „Motivationsfutter“, damit die kreativen Luftballons fliegen können 😉

Motivationsfutter_Blogstöckchen_ideenbeet
Wer mag, fängt das Stöckchen gerne auf und macht weiter ….Alle Infos findet Ihr auf der Himbeerwerft.

Ringen Sie nicht mit falschen Vergleichen…

Status: Mir geht es mega
Gerade in Zeiten von super coolen und positiven Statusmeldungen auf facebook & Co. stellt sich schnell das Gefühl ein, dass es bei allen einfach spitze läuft. Die eigene Unsicherheit wächst und der eigene Weg erscheint gerade wieder so beschwerlich…
Ob das immer daran liegt, dass das Umfeld tatsächlich nur positive, vielleicht auch geschönte Meldungen postet oder liegt es auch an unserem Blickwinkel?

Hören Sie die ganze Geschichte
Stellen Sie sich vor, sie treffen sich mit alten Freunden. Eine Person berichtet ganz ehrlich, was für ein hartes Jahr hinter ihr liegt und erzählt, wie viel Kraft sie diese Zeit gekostet hat, wie sehr sie mit sich gerungen hat und wie oft sie gestolpert ist. Die Geschichte endet positiv: Die Person hat wieder ihren Weg gefunden, Mut geschöpft, einen neuen Job angetreten, endlich den lange geplanten Urlaub unternommen oder sich einen Traum erfüllt oder…
Ist das nicht schön?! Spannend finde ich, mit welchem Fazit die anderen nach Hause gehen. Von „Stell dir vor, XY hat eine wahnsinnig harte Zeit hinter sich, aber es geht bergauf“ bis hin zu „Typisch, XY hat gerade den ultimativen Urlaub gemacht, den ich wohl nie haben werde, weil hier nichts rund läuft!“.
Die Wahrnehmungen und Perspektiven sind ganz unterschiedlich. Ich beobachte ganz oft, dass bei vielen nur das Ende der Geschichte im Gedächtnis bleibt. Der beschwerliche Weg, das Scheitern, die Ängste, Sorgen, etc. bleiben ungehört. Nur das „Happy-End“ bleibt im Kopf und wird zum strahlenden Maßstab.

Eigene Unsicherheit vs. Highlights der anderen
Wie ist es bei Ihnen? Sehen Sie nur die Leuchttürme, die im Leben der anderen strahlen? Oder sehen sie auch den Weg dahin, die Rückschläge, die unspektakulären Momente und Phasen … Und mit was vergleichen Sie Ihre Situation? Ihre Bemühungen mit den Highlights anderer? Ihre Rückschläge mit Erfolgen?
Vergleiche sind immer schwierig. Vergleichen macht sauer - ideenbeet.comNoch schwieriger wird es aber, wenn wir auch noch unverhältnismäßige Vergleiche anstellen, bei denen wir zwangsweise schlecht abschneiden und uns elend fühlen.
Als Selbstständige kann ich bspw. sagen, es macht wenig Sinn, mich nach meinem Erfolg zu fragen und mich dabei mit jemandem zu vergleichen, der bereits doppelt so lange im Geschäft ist wie ich – das sind dann tatsächlich Äpfel und Birnen. Und da sind wir noch nicht bei einer Frage, wie „Was bedeutet Erfolg für mich?“.

Wer spricht da?
Schaue ich mich privat um und gehe mal einige mir wirklich nahestehenden Personen geistig durch, kann ich sagen: Es gibt niemanden, bei dem alles glatt, super und ohne Baustellen läuft. Und da kann ich Ehrlichkeit voraussetzen. Soll heißen: Gerade bei „Erfolgsgeschichten“, die in die Öffentlichkeit getragen werden oder eben bei den genannten Statusmeldungen wird auch gerne mal ein bissel aufgetragen und die weniger schönen Erfahrungen unter den Teppich gekehrt.
Seien Sie also auch mal skeptisch, wenn Sie nur Sternenstaub und Glanzlichter wahrnehmen.

Mutmacher statt Vergleich
Ja, ich bin überwiegend optimistisch und positiv eingestellt. Ich erfreue mich daher an positiven Meldungen, an Geschichten, die gut ausgehen oder zeigen, dass jemand wieder Licht im Dunkeln sieht. Ich sehe den steinigen Weg und das gute Ende!
Dadurch sind solche Geschichten für mich Mutmacher und kein Anlass für zermürbende Vergleiche – das macht mein Leben definitiv leichter!

Fünf Jahre everybody’s public

5 Jahre everybody's public - ideenbeet.comFünf Jahre everybody’s public – Coaching & Kommunikation! Schreibe ich einen langen Rückblick? Ich habe mich – nach einiger Zeit Kopfkino der Erinnerungen, Schmunzeln, Kopfschütteln, schallendem Gelächter, zufriedenem Nicken, kleinem Stirnrunzeln… –  dagegen entschieden 😉

Stattdessen gibt es 5 x 5 …


5 x Dankeschön
(Für die 5 wichtigsten Menschen – und still danke ich den vielen anderen!!)
Diese Menschen haben auf ganz unterschiedliche Weise besonders maßgeblich zur Entstehung und Entwicklung von everybody’s public beigetragen

  1. Dodo – ohne dich hätte das alles nie begonnen
  2. Eva – ohne dich wüsste ich nicht, wie sehr ich das wollte und wie wichtig mir das ist
  3. Family (was natürlich personentechnisch geschummelt ist) – ohne die großartige, vielfältige Unterstützung wäre vieles nicht möglich (gewesen)
  4. Mell & Phili – weil ihr mich mental und tatkräftig von Beginn an unterstützt habt
  5. Nele – ohne den ständigen Austausch mit dir … das ginge gar nicht
    DANKE!

5 x persönliche Erkenntnisse

  1. Ich will das! Ich will es immer wieder und immer noch und das stelle ich in ganz unterschiedlichen Situationen fest, wenn ich an Weggabelungen stehe und mich selbst überprüfe.
  2. Ich mache das wirklich gerne – und ich kann das. Meine Portfoliotätigkeiten machen unglaublich viel Spaß. Ich habe Vertrauen in mich und meine Fertigkeiten.
  3. Ich schätze Unabhängigkeit mehr als Sicherheit. Ja, es ist nicht immer einfach, aber ich bin eine glückliche Selbstständige.
  4. Gelobt sei, was hilft und das Bild stimmig macht: Die Steine der Fähigkeiten, Erfahrungen und Interessen werden immer mehr zu einem tollen Mosaik.
  5. Ich hätte das alles nie so erwartet: Entsprechend bin ich einfach wahnsinnig gespannt, was da noch kommt und möglich ist.

5 x Tipps, die man nicht oft genug weitergeben kann

  1. Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zupft: Dinge brauchen Zeit – und Gründer einen langen Atem!
  2. Von Beginn an Netzwerken: Kontakte knüpfen und pflegen (!) und sich bewusst machen, dass man sich als Selbstständiger auch „ständig“ präsentiert.
  3. Vorsicht Klischees und Erfolgsstories: Nein, nicht alle Selbstständigen und Gründer arbeiten 60 Stunden+, nicht alle haben nie Sorgen gehabt und nein, nicht bei allen lief es vom ersten Tag an rund und alles war nur easy, cool und geil und nein, nicht alle haben es ganz alleine geschafft und nein, Geld wie Aufträge kamen nicht wie von selbst…
  4. Raus aus der Komfortzone und stetig an sich arbeiten: Wenn ich mich in den letzten Jahren nicht so viel weitergebildet und in mich selbst investiert hätte, würde ich heute vieles nicht tun … Das gilt auch für das Abenteuerland fernab der Komfortzone: Manchmal muss man einfach ins kalte Wasser springen und Neues ausprobieren. Nur so geht Entwicklung.
  5. Authentisch sein: Ja, authentisch ist so ein inflationäres Wort, aber grad als Einzelunternehmer geht es eben ganz massiv um die eigene Person!

5 x hilfreiche „Tugenden“

  1. Selbstorganisiertes Allroundtalent: Wer sonst soll es machen? Da ist Lernen, Kreativität, Selbstmanagement und ein bissel Disziplin hilfreich.
  2. Wagemut: Es ist immer ein bissel Wahnsinn und Mut gefragt – und Aktivität.
  3. Wertigkeit: sowohl sich selbst als auch potenziellen Kunden gegenüber. Ich muss mir selbst etwas wert sein, für mich sorgen und einstehen. Dazu gehören mentale wie körperliche Selbstfürsorge, aber auch die finanzielle Fürsorge – sprich, der Preis, den es für meine Leistungen zu zahlen gilt!
  4. Planung & Flexibilität: Es braucht schon einen Plan, aber auch eine gewisse Flexibilität, um auf Situationen reagieren zu können, das Portfolio zu verändern, zu wachsen …
  5. Vertrauen & Geduld: In sich selbst und die Zukunft – sonst wird man ganz schnell kirre, wenn es mal nicht rund läuft – oder auch nicht so schnell, wie man es gerne hätte. Ach ja, wenn das Vertrauen gerade mal wankt, dann ist ein Joker, der einem im Wanken stützt, etwas ganz Wertvolles!

5 x skurrile, schöne und lustige Momente

  1. Auftragsanfrage von Mr. X.: Geheimnisumwobener Kunde in spe, der nicht mal seinen Namen nennen will, weil alles so groß und so speziell und geheim ist …
  2. „Sie sind einfach nie erreichbar“: Das stimmt, wenn man sich weder an Geschäftszeiten noch an zusätzlich angebotene Termine hält und man damit abendliche Skypeversuche ab 23 Uhr, Feiertagsvormittage gegen 11 Uhr oder nächtliche Telefonate meint …
  3. Auf der Damentoilette am ersten Tag einer Weiterbildung: „Bist du auch im Kurs? Ich bin ja schon ganz gespannt …“ „Ja, bin ich. Allerdings stehe ich gleich vorne und bin die Referentin …“ 😉 Heute sind wir befreundet!
  4. Am Telefon nach 30 Minuten Gespräch: „Schauen Sie doch gerade in das PDF, das ich Ihnen parallel maile.“ … Stille … „Sind Sie noch da?“ … „Jaaaaa, …“ „Aber?“ „Sie sind ja ne Frau Doktor – könne mer dann übberhaupt so schwätze?“ „Das tun wir doch schon die ganze Zeit!“ „Da habbe se Recht!“ – Geht doch! 😉
  5. Momente, wenn sich jemand in der Tür umdreht und zurückkommt (was natürlich personentechnisch erneut geschummelt ist): „Das war irgendwie magisch!“ (nach einem Coaching), „Danke für Ihre Hilfe!“ (nach einem Beratungsgespräch), „Ich habe gestern Nacht die ersten Schritte unternommen!“ (nach einem Workshop) oder „Ich wusste gar nicht, dass so was auch Spaß machen kann!“ (an der FH) … – das sind Highlights, für die ich wahnsinnig dankbar bin.

„Ich möchte das nicht!“ – „Und was möchtest du?“

„Ich möchte das nicht!“ „Was möchtest du denn?“ „Weiß ich nicht, aber das nicht!“

Kennen Sie das? Es ist gar nicht so einfach zu sagen, was wir möchten. Lassen wir mal die großen Gedanken darüber, was Sie möchten, wenn Sie gerade in einer Orientierungs- bzw. Veränderungsphase sind beiseite. Schauen wir nur auf den Alltag, wenn Sie eine Situation erleben, in der Sie sich nicht wohlfühlen: Können Sie sagen, was Sie möchten und brauchen?

Gerade kürzlich ging es in einem Seminar um Kommunikation – speziell um Gewaltfreie Kommunikation – und die Teilnehmenden stellten schon bei einem ganz kleinen Alltagsszenario fest, wie schwierig es sein kann, das eigene Bedürfnis zu äußern. Mit „ich möchte DAS nicht“ ist es nämlich nicht getan.

Wenn ich etwas nicht möchte, etwas nicht mag, mich etwas stört, ist dies ein Signal meiner Bedürfnisse. Mein Gefühl meldet mir, dass ein Bedürfnis zu kurz kommt und es ist an mir, mich darum zu kümmern, dies zu ändern.

Glaskugel
Der Blick in die Glaskugel hilft nicht … Sorgen Sie für Klarheit

Dafür müssen wir aber wissen, welches Bedürfnis sich da gerade meldet und was wir brauchen. Dann lässt sich auch eine klare Bitte formulieren. Meist lassen wir jedoch andere lediglich erahnen und raten, was wir eigentlich wollen. Das Ergebnis ist in der Regel unbefriedigend. Unsere Bedürfnisse und Bitten direkt zu äußern, sorgt für eine klare, erfolgreiche Kommunikation. Das erfordert jedoch eine gute Selbstwahrnehmung und Eigenverantwortlichkeit – und manchmal auch ein wenig Übung und Mut, dies direkt auszusprechen.
Ob unter dem Aspekt der Gewaltfreien Kommunikation oder ganz allgemein in der Kommunikation: Je klarer ich sagen kann, was ich möchte, desto einfacher können auch andere meine Bitte erfüllen und drauf reagieren.

Beobachten Sie doch mal, wie häufig Sie Störungen im Sinne von „Das möchte ich nicht“ negativ benennen und versuchen Sie dann mal, direkt auszusprechen, was Sie wollen. Ist gar nicht so einfach, oder? Aber es hilft ungemein! Wenn wir die anderen nicht im trüben Fischen lassen, haben sie auch eine echte Chance zu reagieren – und wir sorgen viel besser für uns selbst!