Alles anders? Die Patchworkerin und ihr neuer Job …

Als Selbstständige bin ich ja bereits als Patchworkerin unterwegs und ebenso als Coach und Trainerin/Referentin, wie als HWKSchlüsselbundPR-/Kommunikationsberaterin tätig.
Seit Mitte Oktober aber habe ich noch eine weitere Aufgabe, mehr noch: Ich habe eine halbe Stelle bei der Handwerkskammer Rheinhessen angenommen und darf mich nun um das Jobstarter-Projekt „Vom Hörsaal zum Handwerk“ kümmern.
„Und jetzt bist du wieder angestellt?“, werde ich gefragt. Ja, bin ich – und um die andere Frage ebenfalls zu beantworten: Ich bin auch weiterhin selbstständig. Denn das bin ich einfach gerne. Manchmal gibt es aber Projekte, die einfach reizvoll sind – und „Vom Hörsaal zum Handwerk“ ist definitiv ein solches.

Büroblümchen2Dazu kommt, dass ich mit der Handwerkskammer ja bereits seit knapp zwei Jahren verbunden bin.
Jetzt gehöre ich intern dazu – und entsprechend habe ich mich sehr über den herzlichen Empfang an Bord gefreut. Es ist ein schönes Gefühl und es macht mir den Einstieg natürlich leichter, da ich viele KollegInnen bereits kenne und so willkommen geheißen wurde.
Heimisch fühle ich mich also schon jetzt!

 

Und das Projekt? „Vom Hörsaal zum Handwerk“ richtet sich an diejenigen, die mit ihrem Studium hadern oder bereits dabei sind, es abzubrechen – und sich für eine berufliche Zukunft im Handwerk interessieren. Denn das Handwerk ist gleichermaßen essentiell wie vielfältig und durchaus eine ernstzunehmende, attraktive Alternative zum Studium.

Ich bin einerseits Schnittstelle zwischen den Kooperationspartnern und Beteiligten und andererseits stehe ich als Coach Studierenden dabei zur Seite, ihren Weg zu finden. Perspektivenlostin
Dazu noch eine Prise Kommunikation und PR – und so ist es auch hier ein Jobmosaik, das sich aus meinen unterschiedlichen Tätigkeiten zusammensetzt und ineinandergreift.
Ich verknüpfe Bereiche, in denen ich mich auch bisher schon bewege. So treffe ich aktuell viele neue Kontakte, aber eben auch bereits bekannte Gesichter, nun in einem anderen Kontext …
Genau das finde ich spannend!

 

Buchtipp: Rod Judkins – The art of creative thinking

Mein Spontankauf auf dem Weg in den The art of creative thinking - ideenbeet.comFlieger war das Highlight meiner Ferienlektüre:
„The art of creative thinking“ von Rod Judkins,
erschienen bei sceptrebooks.com
Ich habe das Buch mit wachsender Begeisterung verschlungen, um inspiriert, glücklich und voller Tatendrang nach der Lektüre zu sein. Ich bin also verliebt!

 


Warum großartig?

Mit „The art of creative thinking“ ermutigt Rod Judkins kreativ zu sein, man selbst zu sein, bei sich zu sein, Dinge auszuprobieren, sich nicht entmutigen zu lassen, Perspektiven zu wechseln, die Komfortzone zu verlassen, den Umgang mit Niederlagen zu reflektieren, die eigene Haltung zu überdenken …

„(…) thinking creatively is not a professional activity – it’s a way of relating life. Creativity is not about creating a painting, novel or house but creating yourself (…) creating a better future and taking the opportunities that you are currently missing.“

Genau das finde ich so spannend: Es geht nicht um die kreative Ader, sondern vielmehr um unsere Haltung gegenüber uns selbst und unserer Umwelt.
Es sind Themen, die mir im Coaching und im Alltag so oft begegnen und er regt zum Nachdenken an.


Wie schafft er das?

Rod Judkins schafft es Aussagen klar auf den Punkt zu formulieren, die man erst unterstreichen, dann zitieren und als Poster an die Wand hängen möchte. Dazu bettet er seine Aussagen in grandiose, inspirierende Geschichten über Michelangelo, die Beatles, Alexander McQueen, Henry Ford, Francis Ford Coppola und viele, viele mehr, die im Gedächtnis bleiben.

Garniert werden die Kapitel zusätzlich mit Zitaten und der Ermutigung, in den Kapiteln zu springen à la:
More? If you liked doubt, you’ll love ignorance on p.129“
„Less? If you’ve had enough of self-doubt for now, try p.77“


Was bleibt nach der Lektüre?

Creative Thinkin Rod Judkins - ideenbeet.com„We all develop habits… We find ourselves behaving automatically. We stop being aware of what we are doing, but to think creatively you have to be constantly aware. Awareness means that whatever you are doing you are in the moment and doing it with completely consciousness. Lack of awareness means that you are no alive to possibilities – you are missing opportunities.“

Ich habe das Buch beiseite gelegt, aber nicht allzu weit weg.
Es ist eines,
in das man immer wieder reinlesen kann und sollte
das inspiriert und zum Denken anregt
das im Gedächtnis bleibt

LESEN!

PS: Das Buch ist aktuell erschienen und meines Wissens bisher nur auf englisch lieferbar – es liest sich aber ganz fabelhaft!

 

Fastenzeit – Das Brechen mit Gewohnheiten als Chance für Neuerungen

Es ist Aschermittwoch. Die närrischen Tage sind vorbei und ab heute beginnt die Fastenzeit. Ob gläubig oder nicht, die bevorstehenden 40 Tage können eine gute Zeit sein, um sich in kleinen Veränderungen zu üben!
Fastenzeit, Verzicht, Enthaltsamkeit … wie wir es auch nennen: Letztlich geht es doch um Veränderungen und den Bruch mit Gewohnheiten. Worauf wir verzichten, wenn wir das wollen, entscheiden wir ja selbst. Abgesehen von den Klassikern, wie kein Alkohol, keine Süßigkeiten, keine Zigaretten etc., die meist mit dem Begriff Fastenzeit assoziiert werden, gibt es weitaus mehr Optionen.
Schon seit 30 Jahren lautet das Motto der Fastenaktion der evangelischen Kirche „7 Woche Ohne …“. Hier geht es nicht um den Verzicht auf Gängiges, sondern eine Zeit „Ohne“. Die Absicht dieser Aktion ist es, die Menschen aus dem Trott zu bringen. Denn Ohne steht für das Vermeiden von etwas Gewohntem – und somit minimalen Veränderungen im Alltag.

Unabhängig von Religion finde ich genau diesen Aspekt spannend: Das Fasten schärft unser Bewusstsein, denn der Verzicht wird zu einer Chance und ermöglicht neue Perspektiven. Sagen wir ganz banal, ich verzichte auf mein Navi oder auf meine gewohnten Wege. Dann werde ich in dieser Zeit viel Neues entdecken – ganz wörtlich. Ich werde viel mehr bei mir und aufmerksam sein, weil ich die Wege nicht mit der liebgewonnenen Routine beschreite, die mich blind macht. Ich bin gefordert und ich nehme meine Umgebung wieder wahr. Vielleicht mag ich nach der Fastenzeit auch meinen alten Weg gar nicht mehr – und das „Ohne Navi/Ohne gewohnte Pfade“ hat sich in ein „MIT neuen Eindrücken“ oder „Zeit MIT mir“ verwandelt.

So eine Abwesenheit kann eben auch eine enorme Präsenz schaffen. Manchmal hinterfragen wir erst unser Denken, Fühlen und Handeln, wenn wir etwas oder jemaNeuer Wegnden vermissen. Die Frage taucht auf: Ist die Präsenz der Abwesenheit spürbar oder hinterlässt die Abwesenheit gar nicht solche großen Spuren wie angenommen? Anders gefragt: Ist es nur Routine oder ist es wirklich wichtig?

Ob wir nach der Fastenzeit also wieder „Hunger“ auf das Vermisste haben, ob wir für uns Neues entdeckt oder kleine Abweichungen erreicht haben, sehen wir in 7 Wochen. Bis dahin kann aber ein spannende Zeit der Veränderung vor uns liegen – ohne Druck, mit Freude und Chancen.

O`Captain my Captain oder 10 Gründe, warum Sie „Der Club der toten Dichter“ noch einmal schauen sollten

Auf die Tische!
                         Auf die Tische!

Letzte Woche verstarb Robin Williams und am Ende des Tages stieg auch ich auf meinen Schreibtisch … Und seitdem lässt mich „Der Club der toten Dichter“ geistig nicht mehr los.

Ich bin studierte Germanistin und Medienwissenschaftlerin, was auf den ersten Blick nicht viel mit meiner Tätigkeit als Coach und Referentin zu tun haben mag. Doch ich im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass meine Film- und Buchwurzeln tatsächlich immer wieder in meine Coachings und Seminare einfließen. In Film und Literatur lassen sich so viele Geschichten, Bilder, Modelle und Anregungen finden, die für wertvolle Impulse sorgen können.
Ich fand „Der Club der toten Dichter“ (Buch wie Film) schon immer großartig, aber mit dem Blickauslöser von meinem Schreibtisch und vor dem Hintergrund meiner Tätigkeit, habe ich ihn noch einmal bewusst Revue passieren lassen.
Nicht, dass es das Werk von N.H. Kleinbaum nötig hätte, aber hier sind meine 10 Gründe bzw. Aspekte, das Buch zu lesen und/oder den Film zu schauen:

  1. Weil wir einfach mal wieder auf einen Tisch steigen sollten. Oder auf einen Stuhl oder eine Parkbank oder … Vielleicht fühlen wir uns dabei nur albern und kichern, vielleicht entdecken wir dabei aber auch etwas: wortwörtliche Perspektivwechsel können hilfreich sein.
  2. Weil es uns daran erinnert, dass es diese seltenen Begegnungen und Momente gibt, die uns beeinflussen, die richtungsweisend sind und Veränderungen ermöglichen. Vielleicht steigen wir nicht gleich auf einen Tisch, aber vielleicht halten wir inne und zollen laut oder leise Respekt und empfinden Dankbarkeit.
  3. Weil es manchmal erleichternd sein kann, „a barbaric YAWP“ über die Dächer zu schreien und uns von Konventionen zu befreien.
  4. Weil uns die tragische Figur von Neil so eindringlich verdeutlicht, wie groß die Zerrissenheit sein kann, zwischem dem, was wir wollen und dem, was wir sollen.
  5. Weil Carpe diem dafür steht, unser Leben zu leben: Augenblicke zu genießen und Kleinigkeiten wahrzunehmen, etwas zu wagen und aus unserem Leben etwas zu machen.
  6. Weil es sich lohnt, auch mal alberne Dinge auszuprobieren und uns auf Neues einzulassen, ohne gleich das Resultat zu sehen oder den Ansatz zu verstehen.
  7. Weil es sich wie bei der Figur von Todd lohnt, bei anderen Potenziale zu entdecken, an die Möglichkeiten von Menschen zu glauben, sie zu fördern und zu ermutigen.
  8. Weil wir im besten Falle Spuren hinterlassen, wenn wir mutig unseren eigenen Weg gehen und wir selbst sind.
  9. Weil wir so viel entdecken können, wenn wir neugierig sind, Wagnisse eingehen und neue Pfade beschreiten.
  10. Weil Buch und Film einfach brillant sind 😉

Ab und zu mal auf den Abenteuerspielplatz oder warum die Komfortzone auf Dauer gar nicht so kuschelig ist

Wann waren Sie das letzte Mal auf dem Abenteuerspielplatz Leben? Ich durfte mich gerade kürzlich erst darüber freuen, dass nach meinem Selbstpositionierungsworkshop der eine oder andere Kompass mit Kurs auf das Neuland ausgerichtet wurde und mich dann bei der Erweiterung meiner eigenen Komfortzone „ertappen“: Ich habe mich einer beruflichen Situation gestellt, die eine immense Herausforderung für mich war. Es hat mich Mut gekostet, aber ich merke, welche entspannte Haltung und Kraft mir dieser Ausflug ins Abenteuerland gebracht hat – ein großartiges Gefühl!

Meist verbringen wir unsere Zeit aber in der Komfortzone und das klingt so angenehm kuschelig und sicher und so, als wollte man sie doch gar nicht verlassen. Hier finden wir schließlich Gewohnheit und Normalität, Dinge, die uns vertraut sind, Abläufe, die wir kennen, Routine und Alltägliches … – all das gibt uns Sicherheit und das Gefühl zu wissen, was wir uns zutrauen und was wir erwarten können. Fremdes und Neues klingt häufig unbequem, anstrengend und nervenaufreibend.

Auf Dauer wird es in der Komfortzone aber doch recht eng, irgendwie beschränkt und ist auch nicht mehr so gemütlich, weil sie eben Grenzen hat, an die wir stoßen. Je besser gepflegt die Komfortzone ist, desto mehr erschrecken uns leider Abweichungen und Neues. Letztlich wird die Vorstellung, die sichere Zone zu verlassen, immer beängstigender.

Alles ganz gemütlich?
Alles ganz gemütlich?

Dabei soll das Heraustreten aus der Komfortzone keine Überforderung darstellen: Die Panikzone ist nicht das Ziel, sondern Wachstum und Entwicklung. Dazu braucht es meist ein wenig Mut, eine Absicht und eine Prise Überwindung, um den magischen Punkt da draußen zu finden und den ersten Schritt vor die Tür zu setzen. Das müssen nicht gleich große Veränderungen sein, das kann zwischendrin ein ganz kleiner Schritt im Alltag sein, ein winziger Bruch mit der Routine, die uns wieder neugierig macht und uns Neues entdecken lässt. Wir tasten uns in unserem eigenen Tempo voran. Zudem heißt das ja nicht, dass wir nicht auch wieder zurück in die Komfortzone zurückehren. Es ist ein bisschen wie früher beim Spielen als Kind: Wir haben den ganzen Nachmittag Abenteuer bestanden, Neues erkundet und uns ausprobiert – und abends saßen wir gemütlich und sicher zu Hause.

Keine Frage: Wenn ich zu neuen Ufern aufbrechen oder generell etwas verändern möchte, dann muss ich in der Regel den sicheren Hafen erst einmal verlassen. Ich begebe mich auf unsicheres Terrain, verlasse die vertraute und so sichere wie liebgewonnene Umgebung, breche mit alltäglichen Ritualen, stelle mich dem Unbekannten, erforsche Abenteuerland und … weiß doch gar nicht, was mich erwartet und ob es sich lohnt?!

Genau darin liegen aber der Reiz und die Chance: Ich kann da draußen einen Jahrmarkt der Möglichkeiten entdecken – vorausgesetzt, ich wage einen ersten Schritt und spähe mal um die Ecke.

Verlasse ich immer mal für kleine Ausflüge meine Komfortzone und betrete Neuland, kann ich mich entwickeln, Kompetenzen ausbauen und die Fühler nach Unbekanntem ausstrecken. Kehre ich dann zurück in die heimelige Zone, bringe ich meinen neuen Erfahrungsschatz mit und erweitere dadurch meine Komfortzone. Ich bin ein Stück gewachsen und habe Selbstvertrauen gewonnen.