Verdienter Urlaub? Hauptsache Sie genießen es!

Es ist Sommer – endlich – und damit auch für viele Urlaubszeit. Entsprechend höre ich in den letzten Tagen immer wieder am Telefon Sätze wie, „Ich bin nur noch diese Woche da, dann geht es in den Urlaub. Also in den wohlverdienten Urlaub!“ Gerne wird dann noch ergänzt, dass dieser nur kurz ist, dass es in den letzten Wochen auch wirklich viel war, dass es der erste Urlaub seit X ist …

Steht Ihnen das wirklich zu?
Wohlverdient. Verdientermaßen. Das habe ich mir echt verdient …
Ich zweifle das gar nicht an – im Gegenteil, ich freue mich und gönne es denjenigen. Mich macht der Rechtfertigungsansatz nachdenklich, der mir gehäuft in letzter Zeit auffällt.
Ich frage mich: Warum rechtfertigen sich so viele für ihre freie Zeit? Und darf man nur frei haben, wenn man gaaanz viel geleistet hat und gefühlt schon kurz vorm Zusammenbruch steht? Nach dem schönen Glaubenssatz „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“.
Wer entscheidet denn, ob Sie es verdient haben? Geht ja eigentlich auch niemanden etwas an, oder?

Wir alle brauchen ErholungMoment_genießen – ideenbeet.com
Wir alle müssen uns erholen, Kraft tanken, unsere Reserven auffüllen, regenerieren … Mit freier Zeit sorgen Sie für sich, gehen verantwortlich und bewusst mit Ihren Ressourcen um – und das ist gut so!
Wenn Sie Urlaub haben, Auszeiten benötigen, sich einfach eine kleine Alltagsflucht gönnen – tun Sie es! Nehmen Sie sich Ihre freie Zeit und genießen Sie diese ohne schlechtes Gewissen und Rechtfertigungen. Sollten wir alle viel häufiger machen.

Hier scheint ja gerade die Sonne und lockt mich nach draußen …

„Ich möchte das nicht!“ – „Und was möchtest du?“

„Ich möchte das nicht!“ „Was möchtest du denn?“ „Weiß ich nicht, aber das nicht!“

Kennen Sie das? Es ist gar nicht so einfach zu sagen, was wir möchten. Lassen wir mal die großen Gedanken darüber, was Sie möchten, wenn Sie gerade in einer Orientierungs- bzw. Veränderungsphase sind beiseite. Schauen wir nur auf den Alltag, wenn Sie eine Situation erleben, in der Sie sich nicht wohlfühlen: Können Sie sagen, was Sie möchten und brauchen?

Gerade kürzlich ging es in einem Seminar um Kommunikation – speziell um Gewaltfreie Kommunikation – und die Teilnehmenden stellten schon bei einem ganz kleinen Alltagsszenario fest, wie schwierig es sein kann, das eigene Bedürfnis zu äußern. Mit „ich möchte DAS nicht“ ist es nämlich nicht getan.

Wenn ich etwas nicht möchte, etwas nicht mag, mich etwas stört, ist dies ein Signal meiner Bedürfnisse. Mein Gefühl meldet mir, dass ein Bedürfnis zu kurz kommt und es ist an mir, mich darum zu kümmern, dies zu ändern.

Glaskugel
Der Blick in die Glaskugel hilft nicht … Sorgen Sie für Klarheit

Dafür müssen wir aber wissen, welches Bedürfnis sich da gerade meldet und was wir brauchen. Dann lässt sich auch eine klare Bitte formulieren. Meist lassen wir jedoch andere lediglich erahnen und raten, was wir eigentlich wollen. Das Ergebnis ist in der Regel unbefriedigend. Unsere Bedürfnisse und Bitten direkt zu äußern, sorgt für eine klare, erfolgreiche Kommunikation. Das erfordert jedoch eine gute Selbstwahrnehmung und Eigenverantwortlichkeit – und manchmal auch ein wenig Übung und Mut, dies direkt auszusprechen.
Ob unter dem Aspekt der Gewaltfreien Kommunikation oder ganz allgemein in der Kommunikation: Je klarer ich sagen kann, was ich möchte, desto einfacher können auch andere meine Bitte erfüllen und drauf reagieren.

Beobachten Sie doch mal, wie häufig Sie Störungen im Sinne von „Das möchte ich nicht“ negativ benennen und versuchen Sie dann mal, direkt auszusprechen, was Sie wollen. Ist gar nicht so einfach, oder? Aber es hilft ungemein! Wenn wir die anderen nicht im trüben Fischen lassen, haben sie auch eine echte Chance zu reagieren – und wir sorgen viel besser für uns selbst!